• Inhalt
  • Unsere Meinung

Im San Francisco der 1970er Jahre versucht ein junges Mädchen seinen Weg zu finden. Minnie Goetze (Bel Powley, A Royal Night out: 2 Prinzessinnen, 1 Nacht) ist 15 Jahre alt, lebt mit ihrer Mutter Charlotte (Kristen Wiig, Brautalarm), einer Alleinerziehenden und ihrer angenehm lieben, aber unaufregenden Schwester Gretel zusammen. Die künstlerische Begabung von Vater Pascal (Christopher Meloni, Man of Steel ) geerbt, beschäftigt sich Minnie den lieben langen Tag mit Comiczeichnungen. Dass sie dabei anders denkt und fühlt als ihre Altersgenossinnen lebt sie im Festhalten durch Bilder  und Zeichnungen aus. Und indem sie eine Affäre mit Monroe (Alexander Skarsgård, The Giver – Hüter der Erinnerung), dem Lover ihrer Mutter beginnt. Ihre ersten sexuellen Erfahrungen hält sie mittels Tonaufnahmen fest.

Wenn das Leben verrückt spielt…

Natürlich bleiben in dieser Hippie-Welt aus Drogen, Partys, Streits und Auseinandersetzungen die Konsequenzen einer solchen Affäre nicht aus. Nicht nur nach außen hin wird viel Staub aufgewirbelt, sondern auch Minnies Gefühlswelt wird gehörig auf den Kopf gestellt. Bevor sie sich versieht, muss sie erkennen, dass es zwischen Sex und Liebe eine Grenze gibt. Und diese Grenze bringt Minnie mehr durcheinander als alle anderen Problemzonen ihres Lebens zusammen: ihre wilde Mutter, die einfach nicht erwachsen werden will, ihre Orientierungslosigkeit oder ihr Vater, der als Künstler in New York lebt und nur auf einen Espresso vorbeischaut...

Rechte: Sony

Der Film ist das Regiedebüt von Marielle Heller, die die Romanvorlage The Diary of a Teenage Girl: An Account in Words and Pictures von Phoebe Gloeckner bereits als Theaterstück adaptiert und inszeniert hat. Dabei setzt sie ein junges Mädchen auf dem Weg ins Erwachsenwerden gekonnt verspielt, rücksichtsvoll und lebensnah in Szene. Obwohl keine Dramaturgie zu finden ist, die einer Logik folgt, sind die wie einzelne Handlungsfetzen passierenden Sequenzen aufeinander abgestimmt. Die Mischung aus Erzähltem, gezeichneten Bildern und gesprochenen Monologen vervollkommnet das passende Bild eines Teenagers, der nicht weiß wohin mit sich und seinen Gefühlen.

Schmerzlich nah

Die Protagonistin liefert das volle Programm einer Gefühlsachterbahn: Regisseurin und Hauptdarstellerin punkten mit Nähe und Menschlichkeit, ohne eine gewisse Distanz komplett aufzugeben. Das lässt den Zuschauer lachen, weinen und manchmal auch schockiert wegschauen. Liebevoll wird eine ganze Emotionswelt umrissen; das Coming-of-Age-Drama hat neben melancholischen Untertönen auch sehr direkte Ansprüche: Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit, Sinnlichkeit. Entfernt erinnert die Zusammenstellung von Emotion, Figurentiefe und authentischer, lebensnaher Inszenierung gepaart mit künstlerischen Einflüssen an Sean Penn’s Into the Wild (Emile Hirsch, The Girl next Door, Kristen Stewart, Twilight – Biss zum Morgengrauen) oder auch das oscarprämierte Coming-of-Age-Movie Boyhood (Ewan McGregor, Stay, Patricia Arquette, Rangoon ).

Ein empfehlenswerter Film, der mit großer Wucht auf kleiner Ebene erzählt.

Ähnliche Videos

Login

Neu bei maxdome?

Kein Abo, keine Vertragsbindung. Über 60.000 Videos im Store einzeln leihen oder kaufen. Auf deinem Fernseher, mobilen Endgerät oder über PC/Mac ansehen.

Bereits Kunde?

Neues Passwort anfordern