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Berlin, Anfang der 80er-Jahre: Amrita lebt mit ihren Kindern Lili und Fabian in einer Kreuzberger Bhagwan-Kommune. Als einer der Mitglieder einen alten Bauernhof im oberbayrischen Talbichl erbt, beschließt die Gemeinschaft, in das Dorf zu ziehen und den Hof in ein Therapiezentrum umzuwandeln. Die konservativen Dorfbewohner begegnen den Berliner Neuankömmlingen, die sich mit ihrer orangenen Kleidung, ihren Meditationsritualen und ihrer Freizügigkeit abgrenzen, mit Argwohn und Misstrauen.

Rechte: Paramount Pictures

Hippie-Kommune trifft auf konservatives Dorfleben

Wenn Marcus H. Rosenmüller draufsteht, dann ist meistens sehr viel Bayern drin. Diese Weisheit trifft auch auf den Sommer in Orange Film zu, in dem der Zusammenstoß zweier völlig unterschiedlicher Weltanschauungen zwischen einer Bhagwan-Kommune und konservativen bayrischen Dörflern auf aberwitzige Weise dokumentiert wird. Spießertum trifft auf Freigeister, freie Liebe auf verklemmte Händchenhalter. Holzhammercharaktere treffen auf Holzhammeransichten, für jede Situation hat Sommer in Orange Regisseur Rosenmüller die passende Person parat: Die naive, selbstsüchtige Mutter, der eifersüchtige Bhagwan-Partner, der tolerante Briefträger, der erzkonservative Bürgermeister und die allseits bekannten Tratschweiber. Die moderne Heimatkomödie basiert auf den Erinnerungen von Drehbuchautorin Ursula Gruber und ihrem Bruder Georg, die als Kinder mit ihrer Mutter in einer ländlichen Bhagwan-Kommune lebten. Es mag aber bezweifelt werden, dass sich im Leben der Gruber-Kinder alles genauso abgespielt hat, wie es einem im Sommer in Orange Film vorgegaukelt wird. Zu klischeehaft werden die Charaktere dargestellt, Platz für Grauzonen lässt Rosenmüller bei den Sommer in Orange Darstellern nicht zu. Das ist im Kino verdammt lustig, hat aber mit der Realität nur im weitesten Sinne was zu tun. Der Sommer in Orange Film will aber auch nicht aufklären, sondern unterhalten; und das gelingt ihm sehr gut, nicht nur in der warmen Jahreszeit. Amber Bongards (Jahrgang 1997) kann trotz ihrer jungen Jahre schon auf über 20 Filmprojekte zurückblicken. 2004 stand sie für einen Tatort erstmals vor der Kamera, mittlerweile war sie auch schon in internationalen Produktionen wie Die Gräfin oder Die Päpstin zu sehen. 2010 und 2011 hatte sie in Groupies bleiben nicht zum Frühstück und dem Sommer in Orange Film ihre ersten beiden Hauptrollen. In Letzterem spielt Bongards die zwölfjährige Lili. Petra Schmidt-Schaller konnte 2007 durch ihre Rolle in Ein fliehendes Pferd erstmals ein größeres Publikum auf sich aufmerksam machen, für die die Berlinerin auch mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet wurde. 2011 war sie gleich in zwei erfolgreichen deutschen Filmen zu sehen. Hatte sie in Almanya - Willkommen in Deutschland noch eine Nebenrolle inne, so spielte sie im Sommer in Orange Film die Hauptrolle der Amrita. Sommer in Orange Regisseur Marcus H. Rosenmüller machte 2006 von sich Reden, als seine moderne Heimatkomödie Wer früher stirbt ist länger tot 1,8 Millionen Besucher ins Kino locken und auch jenseits des Weißwurstäquators für Begeisterungsstürme sorgen konnte. Auch den Nachfolger Schwere Jungs sahen immerhin noch über 500.000 Leute. 2008 drehte Rosenmüller einen Historienfilm über den legendären bayerischen Räuber Kneißl.

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