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Es ist 1964 und der Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. (David Oyelowo, Der Butler) wurde gerade mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Ein Jahr nach seinem Marsch auf Washington hat sich durch die Unterzeichnung des Civil Rights Act die Situation für die schwarze Bevölkerung merklich verbessert. Doch am Ziel sieht sich King noch lange nicht. Bei einem Treffen mit US-Präsident Lyndon B. Johnson (Tom Wilkinson, Grand Budapest Hotel) versucht er, eine Reform des Wahlrechts zu Gunsten der farbigen Bürger zu erwirken. Johnson wimmelt ihn ab - es gebe derzeit wichtigere Probleme.

Ein Marsch, der Geschichte schreibt

Am 17. Februar 1965 wird in der Stadt Selma im Staat Alabama ein schwarzer Mann von der Polizei niedergeschossen und getötet, Unruhen und blutige Ausschreitungen folgen. King will trotz der vorherrschenden Brutalität nicht von seinem Weg des gewaltfreien Widerstands abweichen und organisiert einen Protestmarsch von Selma nach Montgomery. Die Teilnehmer kommen nicht weit. Kurz hinter der Stadtbrücke treffen sie auf die Bundespolizei - und deren Absichten sind alles andere als friedlich.

Rechte: Studiocanal GmbH

Warum es so lange gedauert hat, bis einer der wichtigsten Bürgerrechtler der Geschichte in einem Spielfilm verewigt wurde, versteht wohl kaum jemand. Knapp 47 Jahre nach dem Tod von Martin Luther King Jr. zeigt das Drama Selma ein entscheidendes Kapitel im Leben des charismatischen Aktivisten. Gedauert hat es auch, bis ein Regisseur für das Biopic gefunden war. Der Grund: Mit einem Budget von 20 Millionen Dollar gilt der Film in Amerika schon fast als Indie-Produktion. Ava DuVernay, die schließlich die Zügel in die Hand nahm, hat mit diesem mageren" finanziellen Möglichkeiten ein beeindruckendes Werk geschaffen.

Intensives Porträt

Selma zeigt eindringlich die Brutalität und den Hass gegen die schwarze Bevölkerung, besonders die Übergriffe der Polizisten am sogenannten blutigen Sonntag" sind nur schwer anzuschauen. Martin Luther King ist die Leitfigur einer Bewegung, wird in DuVernays Drama aber trotzdem nicht zur heiligen Heldenfigur erhoben. Er bleibt ein Mensch aus Fleisch und Blut, der in der Nacht vor dem Marsch schlaflos und unruhig Gospellegende Mahalia Jackson (Ledisi Anibade Young) am Telefon um ein Lied bittet. David Oyelowo, bekannt aus dem gefeierten Porträt Der Butler, wurde für Selma zu Martin Luther King Jr. Sogar seine Stimmlage passte er dem rauen Timbre des Bürgerrechtlers an. Eine großartige Leistung in einem großartigen Film.

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