Raum

Room

  • USA, Kanada, Irland
  • ,
  • 113 Minuten,
  • Sprachen:

    • Deutsch,
    • Englisch
Darsteller:
Regie:
Genre:
  • Inhalt
  • Unsere Meinung
Raum

Jack (Jacob Tremblay, Die Schlümpfe 2) ist fünf Jahre alt und ein liebevoller, aufgeweckter, neugieriger Junge. Doch anders als all die anderen Jungen in seinem Alter kann Jack die Welt nicht spielerisch entdecken. Oder überhaupt entdecken. Denn Jack ist mit seiner Mutter Joy (Brie Larson, 21 Jump Street) in einem neun Quadratmeter großen Raum eingesperrt. Und das seit er denken kann.

Was ist da draußen, Mama?

Ein Mann namens Old Nick (Sean Bridgers) hält die junge Frau und ihren Sohn im Keller seines Hauses gefangen. Der Raum, der für die beiden der Lebensmittelpunkt ist, enthält nicht viel: eine Toilette, ein Bett, eine winzige Küche, das ist alles was den beiden zum Leben geboten ist. Doch sie haben einander und Joy, die ihren Sohn über alles liebt, merkt dass der kleine Junge an die Grenzen seines Horizonts stößt. Er weiß nicht, was außerhalb des Raumes liegt, kennt keine anderen Menschen, erfährt nichts von der Welt, außer dem, was seine Mutter ihm beibringt. Und so beschließt sie einen riskanten Fluchtversuch, um ihren Sohn vor einem ganzen Leben in der neun-Quadratmeter-Hölle zu bewahren. Sie vergisst dabei, dass sie beide schon zu lange in dieser Hölle überlebt haben, und dass auch sie selbst schon lange nicht mehr weiß, was sie draußen in der Welt erwartet.

Rechte: Universal Studios Inc. All Rights Reserved.

Basierend auf dem grausigen Fall des Oberösterreichers Josef Fritzl, der die Welt erschütterte, zeichnet Schriftstellerin Emma Donoghue ein Bild der innigen Zweisamkeit in einer klaustrophobischen Gefangenschaft. Die Verfilmung von Lenny Abrahamson ist genauso sensibel, akkurat und erschreckend wie das Buch und schafft in stilistisch gut gewählten Bildern, einer umwerfenden Hauptdarstellerin und dem behutsamen Umgang mit einem brutalen Thema eine alptraumhafte, erschütternde Atmosphäre. Der Zuschauer wird atemlos und tief berührt zurückgelassen, Minuten nach dem Abspann ist die erschütternde Intensität, mit der Geschehen gewirkt hat noch fühlbar.

Oscar für eine Newcomerin

Brie Larson, die schöne Newcomerin aus Sacramento, ist mit der Darstellung der liebenden und schon längst zerbrochenen Mutter eine schauspielerische Meisterleistung gelungen, die bei der Oscarverleihung 2016 prompt mit der begehrten Trophäe für die Beste Hauptdarstellerin belohnt wurde. Die sympathische Kalifornierin gibt sich als Gefangene Joy haltlos Emotionen hin, obwohl sie sie nie offensichtlich zulässt. Filmsohn Jacob Tremblay an ihrer Seite spielt ebenso brillant; der fünfjährige Jack, den er gibt, ist zugleich neugierig wie verschreckt, eingeschüchtert wie mutig, voller Hoffnung und doch immer am Abgrund zur kindlichen Depression.

Erschütternd & subtil zugleich

Mit sparsam eingesetzten Stilmitteln, ohne den brachialen Schrecken in seiner vollen Form zu zeigen und dem Zuschauer ständig die Möglichkeit offenlassend, über das Gesehene hinaus die Fantasie hinzuzuziehen und damit einen noch größeren Schrecken heraufzubeschwören, ist Raum ein Film über Mütter, über Gefangene, über menschliche Abgründe und über das Ende des Leidens; ein Meisterwerk in seiner subtilsten Form und wahrlich sehenswert.

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