Hin und weg

  • Deutschland
  • ,
  • 91 Minuten,
  • Sprachen:

    • Deutsch
Darsteller:
Regie:
Genre:
  • Inhalt
  • Unsere Meinung
Hin und weg

Hannes‘ (Florian David Fitz) Freunde sind nicht begeistert von seiner Idee, die alljährliche Fahrradtour mit Belgien als Zielort zu bestreiten. Doch da er und seine Frau Kiki (Julia Koschitz, Gespensterjäger) mit der Auswahl der Tour an der Reihe sind, geht die Tour trotz Murren und Maulen los. Neben Hannes‘ und Kiki sind auch das befreundete Paar Mareike (Victoria Mayer, Alpha 07 – Der Feind in Dir) und Dominik (Johannes Allmayer, Arschkalt) dabei, sowie der gealterte Womanizer Michael (Jürgen Vogel, Stereo), der mit seiner großen Klappe den anderen manchmal auf die Nerven fällt, dessen Späße aber eigentlich immer gut ankommen.

Das Lachen vergeht der Gruppe, als sie den Grund für Belgien als Zielort erfahren: Hannes eröffnet (auch seiner unwissenden Frau), dass er an der schweren Nervenkrankheit ALS leidet, wie sein Vater. Ein langwieriger, schmerzhafter Leidensweg mit dem unausweichlichen Tod am Ende liegen vor Hannes – und das will und kann er nicht hinnehmen. Und weil in Belgien die Sterbehilfe gesetzlich erlaubt ist, will er seine letzte Reise dorthin antreten – gemeinsam mit den Menschen, die ihm am meisten bedeuten.

Obwohl seine Freunde und vor allem seine Frau nichts sehnlicher wollen, als Hannes von seinem Wunsch abzubringen, erkennt der Trupp während sie sich durch Schlammstraßen wälzen, in Gewittern ausharren müssen und tränenerstickt von den Großartigkeiten des Lebens berichten, dass man den wahren Wert des Lebens erst begreift, wenn man den Tod vor Augen hat.

Rechte: Paramount Pictures

Hin und weg ist ein wahres filmisches Highlight in der sonst eintönig gewordenen Kinolandschaft des typisch nichtssagenden, witzig-belehrenden deutschen Films. Und obwohl Schweighöfer & Schweiger das Kino dominieren, steht Florian David Fitz den beiden in nichts nach: Schon in Vincent Will Meer hat der gut aussehende Münchner gezeigt, dass ihm herausfordernde Charakterdarstellungen von sehr außergewöhnlichen Menschen gut liegen.

Regisseur Christian Zübert (Dreiviertelmond) inszeniert Fitz als schicksalsgebeutelten, aber realistischen Kranken, dessen Krankheit nicht zur Priorität gerät, sondern als leidliches Übel des Lebens angenommen wird. An der Seite des Hauptdarstellers brillieren Julia Koschitz als die fassungslose, aber hoffnungsvolle Ehefrau, sowie Charakterdarsteller Jürgen Vogel als Spaßmacher Michael, dem das Lachen angesichts der Offenbarung seines besten Freundes vergeht.

Emotional, authentisch, ehrlich – und schmerzhaft

Anders als das typisch deutsche komödiantische Drama mit Fingerzeig oder die dramatisch deutsche Komödie mit Belehrung des Zuschauers gibt sich Hin und weg sensibel, durchdacht und sehr präzise. Aussagen werden getätigt, doch dem Zuschauer bleibt überlassen, diese Aussagen als Tatsachen oder als Anreiz zu verstehen. Ehrlich, authentisch und sehr berührend bleibt Hin und weg in Erinnerung und erinnert nicht nur seine Hauptfiguren, was das wahre Leben ausmacht, sondern auch den Zuschauer, der sicher mit einem großen Gefühlswirrwarr in sich aus einem Film geht, der mit emotionaler Wucht genau ins Schwarze trifft.

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