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Um die Zeugnisse ihrer Kinder besorgt, will eine Gruppe Eltern die engagierte Klassenleiterin Frau Müller (Gabriela Maria Schmeide, Die Frisöse) mittels einer Unterschriftenliste ihres Amtes entheben. Die denkt gar nicht daran, klein beizugeben und liest den Anwesenden erst einmal gehörig die Leviten. Dass nicht die böse Lehrerin, sondern die objektiv schwache Leistung des Nachwuchses Schuld an den schlechten Zensuren sein soll, wollen sie aber trotzdem nicht wahrhaben. Doch dann verschwindet Frau Müller plötzlich spurlos irgendwo im leeren Schulgebäude.

Seelenschau im Klassenzimmer

Ohne ihr gemeinsames Feindbild dauert es nicht lange, bis die emotional aufgeladenen Eltern aufeinander losgehen. So stößt dem arbeitslosen Wolf Heider (Justus von Dohnányi, Bis zum Ellenbogen) sauer auf, dass sich Karrierefrau Jessica Hövel (Anke Engelke, Ladykracher) in der Gruppe als Rädelsführerin aufspielt. Währenddessen geht es beim Ehepaar Patrick (Ken Duken, Nie mehr ohne dich) und Marina Jeskow (Mina Tander, Buddy) immer weniger um den angeblich begabten Sohn und immer mehr um die kriselnde Beziehung. Und die alleinerziehende Mutter Katja Grabowski (Alwara Höfels, Keinohrhasen) ist sowieso nur aus Gruppenzwang dabei - ihre Tochter ist nämlich Klassenbeste. Schließlich bleibt es nicht bei verbalen Attacken und die Situation eskaliert.

Rechte: Constantin Film

Sogenannte "Helikoptereltern", die dauerbesorgt ihre Kinder mit Aufmerksamkeit ersticken und Lehrer unter Druck setzen, damit der Nachwuchs bessere Noten bekommt: Dieses Phänomen macht so manchem Erzieher an immer mehr deutschen Schulen Bauchschmerzen. Mit Lutz Hübner nahm sich einer der renommiertesten Theatermacher Deutschlands diesem Thema in dem satirischen Kammerstück "Frau Müller muss weg!" an.

Satire trifft Slapstick

Erfolgsregisseur Sönke Wortmann (Schoßgebete, Der bewegte Mann) verfilmte dies nun und setzte die Selbstentlarvung der Helikoptereltern gekonnt in Szene. Besonders Anke Engelke und Justus von Dohnányi glänzen dabei in ihren jeweiligen Rollen und liefern sich herrlich zugespitzte Wortgefechte. In der zweiten Hälfte polstert Wortmann dann den satirischen Schlagabtausch der Vorlage mit einigen Slapstick-Erweiterungen auf, deren Gags nicht immer zünden können. Das mildert die zugespitzte Schärfe der Theaterfassung etwas, insgesamt jedoch parodiert die Komödie kurzweilig und witzig typisch deutsche Rechthaberei und Kleingeistigkeit. Oder anders gesagt: Note Eins, setzen!

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