Er ist wieder da

  • Deutschland
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  • 110 Minuten,
  • Sprachen:

    • Deutsch
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  • Inhalt
  • Unsere Meinung
Er ist wieder da
REDUZIERT

69 Jahre nach seinem unrühmlichen Ende erwacht Adolf Hitler (Oliver Masucci, Die rote Jacke) im Berlin der Gegenwart. Ohne Krieg, ohne Partei und ohne seine Eva steht der Führer einsam und verlassen da. Überall Ausländer, eine Frau als Kanzlerin, es herrscht Demokratie und bezahlt wird in Euro – all das gefällt Hitler gar nicht. Unterschlupf findet der Ex-Diktator zunächst bei einem Kioskbesitzer (Lars Rudolph, Baby) der ihn für einen Hitler-Imitator hält.

Als der frisch entlassene TV-Reporter Fabian (Fabian Busch, Liegen lernen)  per Zufall Hitler im Hintergrund eines seiner gedrehten Videos entdeckt, macht er sich auf die Suche nach dem Führer, um mit ihm eine Fernsehsendung zu produzieren. Gemeinsam begeben sie die beiden auf eine Reise durch Deutschland, bei der Hitler bei Gesprächen mit der Bevölkerung gefilmt wird.

Der Führer als Comedian

Schnell erkennt die Chefin des Senders MyTV  (Katja Riemann, Fack ju Göhte) das Potential Hitlers, den sie für einen politisch nicht ganz korrekten Comedian hält. Er bekommt ein Büro und eine Sekretärin an die Seite gestellt. Er lernt was eine Computermaus ist und wie man in dieses „Internetz“ kommt. Schon bald weiß Hitler genug über die Gegenwart und besitzt damit reichlich Stoff für seine Auftritte. Schnell avanciert der Führer, der sich seit 1945 weder äußerlich, noch innerlich verändert hat, zum TV-Star und allmählich wird klar: Er ist wieder da.

Rechte: Constantin Film

Darf man über Hitler Witze machen? Ja, man darf, jedenfalls wenn man es so wie Regisseur David Wnendt macht.  Denn der macht sich in der Verfilmung des Bestsellers Er ist wieder da von Timur Vermes nicht direkt über Hitler lustig, sondern stellt den Führer in den Mittelpunkt einer Anreihung lustiger Situationen. Den Diktator in einer Zeit erwachen zu lassen, in der alles anders ist, als er es wollte, ist genial. Allein die Momente, in denen sich der wiederauferstandene Hitler von der punkig anmutenden, Nietenhalsband tragenden Sekretärin das Internet erklären lässt, greifen das Zwerchfell an.

Lustig und beängstigend

So lustig und unterhaltsam die fiktiven Handlungen mit gelernten Schauspielern sind, so erschreckend und schmerzhaft wirken die Szenen, in denen Wnendt den fiktiven Hitler 2.0  auf reale Menschen treffen lässt und mit diesen das Gespräch sucht. Es ist beängstigend, welch rechtsradikales Gedankengut noch immer in den Köpfen vieler ewig Gestriger schlummert, nicht nur bei den Teilnehmern der Pegida-Märsche.

Er ist wieder da ist also mehr als nur eine Satire, viel mehr ist er eine Generalabrechnung, in der alle ihr Fett abbekommen. Politiker, Neo-Nazis, ewig Gestrige, Mitläufer ohne eigene Meinung und natürliche die sensationsgierige Journaille, die gewissenlos alles ausschlachtet, solange es Quote bringt - ohne Rücksicht auf Verluste.

Deutschland hat ein Problem

Er ist wieder da ist eine Mischung aus Lachkrämpfen und Kopfschütteln. Zwar geht den Gags im zweiten Teil ein wenig die Luft aus, aber vielleicht ist das auch ganz gut so um zu erkennen, das bei vielen auftretenden Personen kein Skript, sondern die Gesinnung und das Gedankengut gesprochen haben. Es zeigt, dass in Deutschland ein rechtsnationales Potential schlummert, nicht erst seit der Flüchtlingskrise und Wnendt bringt dies mit seiner provokanten Satire ans Tageslicht.

Wer Mein Führer - Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler und Schtonk! toll fand, wird auch bei Er ist wieder da nicht enttäuscht werden.

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