Ein Mann namens Ove

En man som heter Ove

  • Schweden
  • ,
  • 111 Minuten,
  • Sprachen:

    • Deutsch,
    • Schwedisch
Darsteller:
Regie:
Genre:
  • Inhalt
  • Unsere Meinung
Ein Mann namens Ove

Ove (Rolf Lassgård) ist ein griesgrämiger Witwer, der sein Leben in einer schwedischen Vorstadtsiedlung fristet. Seine Nachbarn drangsaliert er mit seinen pedantischen Kontrollgängen, bei denen er Falschparker notiert und die Mülltonnen auf korrekte Trennung untersucht. Doch das war nicht immer so, erst als seine geliebte Frau an Krebs starb und damit für Ove die Welt zusammenbrach. Als er dann nach 43 Jahren auch noch entlassen wird, sieht Ove keinen Sinn mehr in seinem Leben und will aus selbigem scheiden. Doch sich das Leben zu nehmen ist gar nicht so einfach, denn stets wird er bei diesem finalen Schritt gestört. So zum Beispiel von seinen neuen Nachbarn, die Oves Briefkasten umnieten, just in dem Moment als er sich die Schlinge um den Hals gelegt hat. Erst staucht er Parvaneh (Bahar Pars) und ihren Mann Patrik (Tobias Almborg) tüchtig zusammen um dann im nächsten Moment deren Wagen samt Anhänger perfekt rückwärts einzuparken.

Harte Schale, weicher Kern

Obwohl sich Ove weiterhin als Ekel präsentiert, erkennt Parvaneh, dass sich hinter Oves harter Schale ein sehr weicher Kern befindet und peu à peu freundet sich der Griesgram mit seinen neuen Nachbarn an. Als er dann auch noch eine streunende Katze in „Zwangsobhut“ nimmt, sieht Ove wieder einen Sinn in seinem Leben. Doch auch die Sehnsucht nach seiner verstorben Frau  lastet weiterhin schwer auf seinem Herzen.

Rechte: Tele München

Man nehme einen alten, verbitterten, pedantischen Nörgler, eine junge resolute Nachbarin, dazu noch eine streunende Katze et voilà man hat eine der besten Tragikomödien der letzten Jahren. In Schweden lief Ein Mann namens Ove so gut, dass der Film sogar Star Wars – Das Erwachen der Macht von der Spitzenposition der Kinocharts gestoßen hat – und dies mit Recht. Regisseur Hannes Holm gelingt es auf wunderbare Weise, die harte Schale des kontrollsüchtigen Miesepeters zu knacken, ohne dabei allzu schwulstig vorzugehen. Mut beweist er dabei auch mit der makabren Idee, Oves stets unterbrochene Suizidversuche als Running Gag einzubauen.

Etwas zu blumig mögen dem ein oder anderen Zuschauer die zahlreichen Rückblenden erscheinen, welche von Oves Jugend und seiner späteren großen Liebe erzählen und das Publikum nachempfinden lassen, weshalb aus dem einst so hilfsbereiten und zuvorkommenden jungen Mann solch ein rabiater und freudloser Mensch geworden ist.

Brillante darstellerische Leistung

Getragen wird der Film durch die hervorragende Leistung der beiden Hauptdarsteller, die ihren skurrilen Charaktere diese gewisse Note verleihen ohne dabei mit übertriebenem Spiel übers Ziel hinaus zuschießen. Zum einen Rolf Lassgård, dessen Darbietung des Ove sogar Ekel Alfred vor Neid erblassen lassen würde, aber dann eben auch in ruhigen, sanften Momente die Verletzlichkeit und Trauer zum Vorschein bringt, ohne dabei übertrieben auf die Tränendrüse zu drücken. Zum anderen Bahar Pars, die als resolute Nachbarin den alten Grieskram ins Herz schließt und schließlich die harte Schale zu knacken weiß.

Das Drehbuch überzeugt durch hervorragende Dialoge, treffsicheren Humor und die perfekt getroffene Balance zwischen grotesken, schon fast makaberen Momenten und Szenen, die einem zu Herzen gehen und den Kampf gegen die Tränen verlieren lassen.

Ein Mann namens Ove ist eine filmische Oase inmitten einer Wüste action- und Special Effects-geschwängerter Massenware, die ans Herz geht aber auch das Zwerchfell reichlich in Mitleidenschaft zieht.

Wem Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand oder Besser geht’s nicht gefallen hat, sollte Ein Mann namens Ove unbedingt ansehen.

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