Big Eyes

Big Eyes

  • USA
  • ,
  • 102 Minuten,
  • Sprachen:

    • Deutsch,
    • Englisch
Darsteller:
Regie:
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  • Inhalt
  • Unsere Meinung

San Francisco in den 60er Jahren: Als die alleinerziehende Mutter Margaret (Amy Adams; Her, Julie & Julia, American Hustle) nach einer gescheiterten ersten Ehe den Kunstliebhaber Walter Keane (Christoph Waltz; Inglorious Basterds, Django Unchained, Der Gott des Gemetzels) heiratet, wird ihr Traum vom Malen endlich wahr. Der geschäftstüchtige Walter weiß nämlich genau, wie er die Kitschbilder seiner Frau vermarkten muss, um bei der Öffentlichkeit zu punkten. Mit sensationellem Erfolg: Über Nacht avancieren die „Big Eyes“, die Bilder von Kindern mit großen traurigen Augen, zu Kultobjekten und finden den Weg in jedes zweite amerikanische Wohnzimmer.

Kunst, Konsum und Emanzipation

Doch der Erfolg hat seine Schattenseite: Da in den damaligen Zeiten offensichtlich ein Künstler mehr hermacht, als eine Künstlerin, gibt Walter sich selbst als Schöpfer der Bilder aus - und sonnt sich im Ruhm, den er für Margarets Arbeiten einheimst. Doch damit nicht genug: Walter setzt auf Massenproduktion und bringt die Motive millionenfach als Poster und auf Billigprodukten abgebildet in Supermärkten unter das Volk.

Margaret macht den Schwindel jahrelang mit und verschweigt, wer der wirkliche Urheber der Bilder ist. Doch dann zieht sich das Lügennetz zu – und Margaret versucht sich aus der Unterdrückung und Selbstverleugnung ihres Mannes zu befreien. Ein wahnwitziger Urheberrechtsprozess mit einem Malerei-Showdown soll den Fall aufklären.

Rechte: Studiocanal GmbH

Tim Burton (Alice im Wunderland, Big Fish, Charlie und die Schokoladenfabrik), einer der schillerndsten Regisseure Hollywoods, erzählt in Big Eyes die völlig absurde, aber wahre Geschichte eines Kunstdiebstahls. Der reale Stoff wirkt an sich schon unglaublicher als einige andere fiktive Projekte Burtons. Daher kann er ohne seine skurrilen Vorlieben hinter dem Stoff zurücktreten.

Der Plot folgt dabei streng den Mustern eines handelsüblichen Dramas. Also nicht unbedingt Burton-like. Typisch Burton ist allerdings die Ausstattung mit den intensiven Farben der 60er-Jahre, die selbst an die Kitschoberfläche der Kindergesichter auf den Bildern erinnert.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Burton interessiert sich für die zu ihrer Zeit nicht ernst genommene Künstler; und zwar mit geschlechterpolitischem Anspruch. Mit Christoph Waltz hat er einen Hauptdarsteller gefunden, der den männlichen Geltungsdrang in der Kunst perfekt zum Ausdruck bringt. Waltz inszeniert den narzisstischen Selfmade-Mann, der den gesamten Film mit großer Theatralik dominiert. Amy Adams spielt zurückhaltender, glänzt aber in ihrer dezenten Darstellung einer Frau, die sich zu emanzipieren lernt. Zur Belohnung gab es für sie einen Golden Globe als beste Darstellerin.

Big Eyes ist die faszinierende Geschichte eines Kunstdiebstahls, die mit reichlich Witz und Drama von künstlerischer Kreativität und ihrer industrieller Ausbeutung erzählt.

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