Roman Polanski Filme

Geburtsname: Raimund Thierry Liebling
Geburtstag: 18. August 1933 in Paris (Frankreich)
Wichtigste Auszeichnungen: 1 Oscar, 1 Golden Globe, 3 BAFTA-Awards, 1 Goldener Bär, 8 César-Awards

Mini-Biographie:

Der französische Regisseur fühlt sich in sämtlichen Genres wohl - den Durchbruch feierte Roman Polanski mit dem Horrorthriller Rosemaries Baby, der Krimi Chinatown machte ihm zum Star und das Holocaust-Drama Der Pianist brachte ihm einen Regie-Oscar ein.

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Filme von Roman Polanski

Beste Zitate von Roman Polanski

"Es gibt überhaupt nur zwei Dinge auf der Welt, die mir Spaß machen - das zweite ist der Film."

"Ich bin wie ein Koch. Wenn ein Film fertig ist, setze ich mich hin und schaue zu, ob die Sache den anderen schmeckt."

Wichtige Auszeichnungen

2014: César für die Beste Regie für Venus im Pelz
2012: César für das Beste Drehbuch für Der Gott des Gemetzels
2011: César für das Beste Drehbuch und die Beste Regie jeweils für Ghost Writer
2010: Silberner Bär der Berlinale sowie je ein Europäischer Filmpreis in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bestes Drehbuch jeweils für Ghost Writer
2003: Oscar, BAFTA und César jeweils für die Beste Regie für Der Pianist, BAFTA und César jeweils für den Besten Film für Der Pianist
2002: Goldene Palme für Der Pianist und Bayerischer Filmpreis für sein Lebenswerk
1999: Europäischer Filmpreis für Die neun Pforten und sein Lebenswerk
1980: César für den Besten Film und die Beste Regie sowie eine Oscar-Nominierung für die Beste Regie jeweils für Tess
1975: Golden Globe Award und BAFTA sowie eine Oscar-Nominierung jeweils für die Beste Regie für Chinatown
1969: Nominierungen für einen Oscar und einen Golden Globe jeweils für das Beste Drehbuch für Rosemaries Baby
1966: Goldener Bär der Berlinale für Wenn Katelbach kommt...
1965: Silberner Bär der Berlinale für Ekel

Roman Polanski Biographie

Roman Polanskis Biographie liest sich wie das Drehbuch zu einem Spielfilm - mal Actionfilm, dann wieder Tragödie oder Kriminalfilm. Seinen Beginn nimmt das Leben des heute berühmten Filmemachers 1933 in Paris. Dort wird Roman Polanski als Sohn eines polnischen Malers und seiner russischen Ehefrau geboren - und heißt damals noch Raimund Thierry Liebling. Der grassierende Antisemitismus bewegt die jüdische Familie dazu von Frankreich nach Polen zu ziehen, doch in Krakau holt sie schon wenige Jahre später die Geschichte ein. Nazi-Deutschland marschiert in Polen ein und macht auch vor der Familie Polanski, wie sie sich mittlerweile nennt, nicht halt. Roman Polanskis Mutter Bula wird nach Auschwitz deportiert, wo sie 1942 stirbt. Sein Vater überlebt das KZ Mauthausen und auch Roman Polanski überlebt das Naziregime. Der damals Neunjährige gibt sich als katholischer Pole mit dem Namen Roman Wilk aus und flieht im Frühjahr 1943 aus dem Krakauer Ghetto. Roman Polanski versteckt sich während des Krieges bei zwei verschiedenen polnischen Familien und schlägt sich nach der Befreiung Krakaus durch die Rote Armee alleine durch oder wohnt zeitweise bei einem Verwandten in Krakau.

Nach Abschluss der Schule schreibt sich Roman Polanski für ein Kunststudium ein, wechselt später aber - auch auf Anraten von Andrzej Wajda (Das Massaker von Katyn, Asche und Diamant) - an die Filmhochschule in Lodz. Bis zu seinem Abschluss im Jahr 1959 bringt Roman Polanski schon einige beachtete Werke hervor - so spielt er in Eine Generation mit, dem Debüt des später bedeutenden Regisseurs Andrzej Wajda, und führt bei dem Kurzfilm Zwei Männer und ein Schrank Regie. Beide finden auch außerhalb Polens Beachtung. Und sie bringen Roman Polanski auch privates Glück - zumindest kurzzeitig. 1959 heiratet Roman Polanski die bekannte polnische Schauspielerin Barbara Lass (Fontane Effi Briest, Rosa Luxemburg), die auch in Zwei Männer und ein Schrank zu sehen ist. Das Glück ist jedoch nur von kurzer Dauer, sodass die Ehe drei Jahre später wieder geschieden wird.

Erste Oscar-Nominierung für Roman Polanski

Zu der Zeit feiert Roman Polanski seinen ersten großen Erfolg. 1962 wird Roman Polanski durch Das Messer im Wasser (mit Leon Niemczyk und Zygmunt Malanowicz) europaweit zu einem bekannten Namen. Das Beziehungsdrama gewinnt unter anderem den Kritikerpreis bei den Filmfestspielen in Venedig und wird als bester fremdsprachiger Film für einen Oscar nominiert. Roman Polanski nutzt die Chance und zieht in den Westen. Dort inszeniert er unter anderem eine Episode für den Film Die Frauen sind an allem Schuld, bei dem auch Claude Chabrol (Biester, Der Schlachter) und Jean-Luc Godard (Außer Atem, Elf Uhr nachts) Regie führen - wobei die Episode des Letzteren aus dem fertigen Film herausgeschnitten wird. 1965 kommt mit dem Thriller Ekel Roman Polanskis erster Teil der sogenannten Mieter-Trilogie in die Kinos, die später mit Rosemaries Baby (mit Mia Farrow und John Cassavetes) und Der Mieter (Isabelle Adjani, Melvyn Douglas) komplettiert wird. Ekel wird Roman Polanskis erster englischsprachiger Film und macht nicht nur den Regisseur in den USA und England berühmt, sondern auch seine Hauptdarstellerin Catherine Deneuve (Belle de Jour - Schöne des Tages, Dancer in the Dark). Sie spielt in dem Thriller eine schüchterne Frau, die mehr und mehr den Bezug zur Realität verliert. Der Schwarz-Weiß-Film verliert auf der Berlinale gegen ein Werk von Jean-Luc Godard, das den Goldenen Bären erhält, bekommt dafür aber den Spezialpreis der Jury und den der internationalen Filmkritiker und -Journalisten.

Ein Jahr später holt Roman Polanski sich aber doch noch den Hauptpreis der Berlinale. 1966 läuft dort seine Tragikomödie Wenn Katelbach kommt ... (mit Donald Pleasence und Jacqueline Bisset). Sein darauf folgender Film soll Roman Polanskis Leben aber weit mehr formen: 1967 dreht Roman Polanski die Horrorkomödie Tanz der Vampire, die bis heute eine treue Fangemeinde hat. Die Persiflage typischer Vampirfilme räumt zwar keine begehrten Filmpreise ab, dafür bringt der Film, dessen Drehbuch von Roman Polanski mitgeschrieben wurde und in dem er auch mitspielt, den Filmemacher mit Sharon Tate (Das Tal der Puppen, Rollkommando) zusammen. Die texanische Schauspielerin darf in Tanz der Vampire Sarah spielen, für die Roman Polanski auch im Film Gefühle hegt. 1968 heiraten die beiden Filmstars in London und brechen gemeinsam in die USA auf, wo sie sich in Los Angeles niederlassen - dem Mekka aller Filmschaffenden. So kommt dann 1968 Roman Polanskis vorläufig größter Hit heraus - und sein erster Hollywood-Film: Rosemaries Baby zeigt Mia Farrow (Hannah und ihre Schwestern, Der große Gatsby) in einem raffinierten Horrorfilm zwischen Wahnvorstellung und tatsächlicher Bedrohung. Darin beginnt die schwangere Rosemarie zu glauben, dass sie ein Kind des Teufels erwartet - und dass ihre so freundlich wirkenden Nachbarn damit zu tun haben. Rosemaries Baby wird zweifach für den Oscar nominiert. Das Drehbuch wird nicht ausgezeichnet, aber Nachbarin Ruth Gordon (Harold und Maude, Columbo: Alter schützt vor Morden nicht) erhält die Trophäe als beste Nebendarstellerin. Bei den Golden Globes gewinnt Ruth Gordon ebenfalls den Preis, Mia Farrow und Drehbuchautor Roman Polanski sowie der Komponist müssen sich mit der Nominierung begnügen.

Charles Mansons Family: Blutiger Mord an Sharon Tate

Lange auskosten kann Roman Polanski diesen Erfolg jedoch nicht. Kurz nach der Premiere von Rosemaries Baby wird seine damals hochschwangere Ehefrau Sharon Tate von Anhängern des Sektenführers Charles Manson in Los Angeles ermordet. Die blutige Tat, bei der auch vier Freunde von Sharon Tate zu Tode kommen, erschüttert die Filmwelt und sorgt für einen großen Medienrummel. 1969 wird Charles Manson und Teile seiner Sekte Manson-Family festgenommen.

1971 meldet sich Roman Polanski mit einem klassischen Stoff zurück. Er verfilmt mit Shakespeares Macbeth (mit Jon Finch und Francesca Annis) die Geschichte eines Feldherren, der zum König Schottlands wird, sich zum Tyrann entwickelt und schließlich tief fällt. Weniger klassisch kommt Was? (mit Marcello Mastroianni und Sydne Rome) daher, eine Komödie über die Sexfilme der 1960er- und 1970er-Jahre. Nach Hollywood kehrt Roman Polanski erst 1974 zurück - und dann mit einem großen Knall. Chinatown gilt vielen bis heute als bester Kriminalfilm aller Zeiten. Der mit Faye Dunaway (Bonnie und Clyde, Die drei Tage des Condor) und Jack Nicholson (Shining, Departed - Unter Feinden) sowie John Huston (African Queen, Der Schatz der Sierra Madre) besetzte Film um einen Privatdetektiv, der durch einen Auftrag skandalösen Machenschaften auf die Spur kommt und in einen Sumpf von Korruption und Gewalt gerät, wird vielfach ausgezeichnet. Für elf Oscars wird Chinatown nominiert - unter anderem für Jack Nicholson und Faye Dunaway als beste Hauptdarsteller und die Regie - doch nur Drehbuchschreiber Robert Towne (Tage des Donners, Mission: Impossible) kann den Preis gewinnen. Es soll der letzte Film sein, den Roman Polanski in den USA dreht.

1976 komplettiert Roman Polanski mit Der Mieter (mit Isabelle Adjani und Melvyn Douglas) seine Mieter-Trilogie um die Bedrohung im eigenen Heim. Und dieses Mal übernimmt der Regisseur und Drehbuchschreiber auch noch die Hauptrolle in dem Psychothriller um einen Mieter mit mehr und mehr wahnhaften Vorstellungen.
 
Vergewaltigungsvorwürfe bringen Roman Polanski in Haft

1977 gerät Roman Polanski in die Fänge des Gesetzes. Der Filmemacher wird in Los Angeles festgenommen wegen angeblicher Vergewaltigung einer Minderjährigen. Nach 42 Tagen hinter Gittern kommt Roman Polanski frei - er hat eingestanden, dass er außerehelichen Sex mit der Anklägerin hatte. Sie war zum Zeitpunkt der Tat 13 Jahre alt. Einer Vereinbarung zufolge soll Roman Polanski nun nur noch eine Bewährungsstrafe erhalten, doch als sich abzeichnet, dass der zuständige Richter sich nicht an diese Vereinbarung halten will, flieht Roman Polanski aus den USA: Roman Polanski lässt sich in Frankreich nieder - und meidet künftig Länder, die ihn an die USA ausliefern könnten. Der Fall gerät beinahe in Vergessenheit, bis Roman Polanski 2009 in der Schweiz in Gewahrsam genommen wird. Eigentlich will der Filmemacher in Zürich einen Preis für sein Lebenswerk entgegen nehmen. Doch dazu kommt es nicht. Stattdessen wird Roman Polanski in der Schweiz festgehalten und steht ein halbes Jahr unter Hausarrest. So lange dauert es nämlich, bis die Schweizer Behörden einen Auslieferungsantrag der USA wegen inhaltlicher Mängel ablehnen und Roman Polanski auf freien Fuß kommt. Selbst bis heute lässt die USA nichts unversucht, Roman Polanski zurück in die USA zu holen.

Zuvor aber dreht Roman Polanski noch eine ganze Reihe Filme: 1979 kommt Tess heraus. Eine Verfilmung des Romans Tess von den d'Urbervilles: Eine reine Frau" mit Nastassja Kinski (Katzenmenschen; Paris, Texas) in der Hauptrolle. Mit der Schauspielerin, die 1979 ihren 18. Geburtstag feiert, ist Roman Polanski bereits seit 1976 liiert, mit Ende der Dreharbeiten endet aber auch diese Liaison. Nastassja Kinski bleibt aus der Zeit unter anderem ein Golden Globe. Tess war auch bei den Oscars nominiert - von sechs Nominierungen erhielt der Film drei (Szenenbild, Kamera, Kostüme). Wie schon bei Tess reist Roman Polanski auch für die Oscar-Verleihung 1987 nicht an - da ist sein Film Piraten (mit Walter Matthau und Cris Campion) für den amerikanischen FIlmpreis nominiert.

Frantic von 1988 wird von der Kritik ambivalent wahrgenommen - die einen loben den Thriller mit Harrison Ford (Filmreihe Indiana JonesStar Wars Episode IV - VII) und der damals 23-jährigen Emmanuelle Seigner (Nirvana, Schmetterling und Taucherglocke) als Fortsetzung von Hitchcocks Lebenswerk, andere kritisieren die Story als klischeehaft. Für Roman Polanski sind die Dreharbeiten so oder so ein Erfolg. Mit der Hauptdarstellerin Emmanuelle Seigner geht der Filmemacher eine Beziehung ein, 1989 heiraten sie und bekommen später zwei Kinder. Emmanuelle Seigner spielt auch in seiner Romanverfilmung Bitter Moon (mit Hugh Grant und Kristin Scott Thomas) von 1992 mit, sowie in Die neun Pforten (mit Johnny Depp und Frank Langella) von 1999 und Venus im Pelz (mit Mathieu Amalric) von 2013.

"Der Pianist": Der Oscar-Segen ganz nah und doch so fern

Dass Roman Polanski nicht in die USA einreisen darf, dürfte den Filmemacher 2002 besonders schmerzen. Da kommt der von seiner eigenen Biographie mitinspirierte Der Pianist in die Kinos. Der Film mit Adrien Brody (King Kong, The Village - Das Dorf) als Pianist im Warschauer Ghetto wird ein großer Erfolg. Die authentische Geschichte wird bei den Academy Awards 2003 sieben Mal nominiert und gewinnt schließlich den Preis für die beste Regie, den besten Hauptdarsteller (Adrien Brody) sowie das beste adaptierte Drehbuch. Auch bei den Golden Globes, dem Europäischen Filmpreis oder den französischen Césaren wird Roman Polanskis Holocaust-Film bedacht.

Auch Roman Polanskis Folgefilm dürfte von seinen Jugendjahren inspiriert worden sein. Erzählt Oliver Twist (mit Barney Clark, Ben Kingsley und Jamie Foreman) doch die Geschichte eines armen Waisenjungen, der auf sich selber angewiesen ist. Roman Polanskis Version des Charles-Dickens-Klassikers kommt 2005 in die Kinos. Generell werden die Abstände zwischen den Filmen nun immer größer. 2010 folgt Roman Polanskis nächstes größeres Projekt: der Politthriller Der Ghostwriter (mit Ewan McGregor, Pierce Brosnan und Kim Cattrall) wird mit großem Erfolg auf der Berlinale gezeigt. 2011 schließlich adaptiert Roman Polanski das populäre Theaterstück Der Gott des Gemetzels (mit Jodie Foster, Kate Winslet und Christoph Waltz). Und 2013 reicht er gleich noch ein verfilmtes Bühnenstück nach: Venus im Pelz ist wie Der Gott des Gemetzels ein Kammerstück und kommt sogar mit nur zwei Darstellern aus – in diesem Fall spielen Roman Polanskis Ehefrau Emmanuelle Seigner und Mathieu Amalric (James Bond 007 - Ein Quantum TrostGrand Budapest Hotel). Die beiden liefern sich auf der Bühne - der Film handelt von einer Schauspielerin, die vor einem Regisseur vorspricht - ein wahres Psychoduell und machen so den Vorbildern im zu besetzenden Stück alle Ehre. Gezeigt werden soll Leopold von Sacher-Masochs Dominanz- und Unterwerfungs-Novelle „Venus im Pelz“.

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