Alfred Hitchcock Filme

Geburtsname: Alfred Joseph Hitchcock
Geburtstag: 13. August 1899 in London, England
Todestag: 29. April 1980 in Los Angeles, Kalifornien
Wichtigste Auszeichnungen: 6 Oscar-Nominierungen, 2 Golden Globes, 1 BAFTA Award für sein Lebenswerk, Knight Commander of the British Empire

Mini-Biographie:

Alfred Hitchcock war ein britischer Regisseur und Produzent. Im Jahr 1939 wanderte er in die USA aus und nahm 1955 zusätzlich die US-Staatsbürgerschaft an. Er gilt als einflussreichster Krimi- und Horror-Regisseur der Geschichte. Besonders für das Thriller-Genre ist er - der Master of Suspense - bis heute das Maß aller Dinge. Wichtigster Film ist hierbei wohl Psycho. Alfred Hitchcock taucht stets in einer Mini-Sequenz persönlich in seinen Filmen auf.

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Filme von Alfred Hitchcock

Beste Zitate von Alfred Hitchcock

"Richtig verheiratet ist der Mann erst dann, wenn er jedes Wort versteht, das seine Frau nicht gesagt hat."
Alfred Hitchcock ist 54 Jahre lang, bis zu seinem Tod, mit der Cutterin Alma Reville verheiratet

"Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realität."
Alfred Hitchcocks treffliche Aussage ist zeitlos aktuell

"Alle schlechten Eigenschaften entwickeln sich in der Familie. Das fängt mit Mord an und geht über Betrug und Trunksucht bis zum Rauchen."
Alfred Hitchcock, bekannt für seinen britisch-schwarzen Humor

Wichtigste Auszeichnungen:

1980: Alfred Hitchcock wird kurz vor seinem Tod von der englischen König Elizabeth II. zum Ritter geschlagen (Knight Commander of the British Empire) und heißt von nun an Sir Alfred Hitchcock
1979: AFI Lifetime Achievement Award des American Film Instituts
1972: Golden Globe für sein Lebenswerk: Cecil B. de Mille Award
1971: BAFTA Award für sein Lebenswerk
1970: National Board of Review Award als Bester Regisseur für Topas
1968: D. W. Griffith Award der Directors Guild of America
1968: Irving G. Thalberg Memorial Award für besonders kreative Filmproduzenten
1965: Milestone Award der Producers Guild of America (PGA)
1960: Oscar-Nominierung für Psycho (Beste Regie)
1958: Golden Globe für die beste TV-Show: Alfred Hitchcock Presents
1956: Goldene-Palme-Nominierung beim Filmfestival Cannes für Der Mann, der zuviel wusste
1954: Oscar-Nominierung für Das Fenster zum Hof (Beste Regie)
1945: Oscar-Nominierung für Ich kämpfe um dich (Beste Regie)
1944: Oscar-Nominierung für Das Rettungsboot (Beste Regie)
1942: Oscar-Nominierung für Verdacht (Bester Film)
1941: Oscar-Nominierung für Rebecca (Beste Regie)
1939: NYFCC (New York Film Critics Circle) Award als Bester Regisseur für Eine Dame verschwindet

Alfred Hitchcock Biographie

Alfred Hitchcock gilt als einflussreichster Filmemacher aller Zeiten. Das Rüstzeug dafür bekommt der im Londoner Stadtteil Leytonstone geborene jüngste Sohn des Gemüse- und Geflügelhändlers William Hitchcock und seiner Frau Emma bei der amerikanischen Filmgesellschaft Famous Players Lasky, die später in Paramount umfirmiert. In deren Londoner Büro kreiert Alfred Hitchcock zunächst Zwischentitel für Stummfilme und empfiehlt sich sukzessive für die künstlerischen Aspekte des Filmedrehens, wie etwa das Gestalten von Szenenbildern. Mit einem Schulabschluss kann der später weltberühmte Regisseur übrigens nicht dienen. Alfred Hitchcock verlässt nach dem frühen Tod des Vaters mit 14 das Jesuiten-Internat, um nach einem Abendkurs zum technischen Zeichner eine Stelle als Angestellter bei einer Elektro-Firma anzunehmen. Wegen seines zeichnerischen Talents wird er in die Werbeabteilung versetzt.

Unter seinem Spitznamen "Hitch" publiziert Alfred Hitchcock in der Betriebszeitschrift seine ersten gruseligen Kurzgeschichten. Als begeisterter Kinoliebhaber beschließt Alfred Hitchcock dann aber, sich mit seiner Zeichenmappe bei besagtem Paramount-Vorläufer zu bewerben. Er bekommt einen Job und arbeitet sich schnell hoch. Schon nach kurzer Zeit entwirft Alfred Hitchcock Kostüme, Dekorationen und Szenenbilder, bearbeitet Drehbücher und assistiert dem Regisseur. Weil Paramount in London das Geld ausgeht, bleibt sein erster eigener Film, Number 13, unvollendet. Der Produzent Michael Balcon übernimmt das Studio und stellt Alfred Hitchcock als Regie-Assistent ein. Auf dessen Empfehlung engagiert Balcon die Cutterin Alma Reville. Einige Jahre später wird sie Alfred Hitchcocks Ehefrau. Sein Verantwortungsbereich vergrößert sich in den nächsten Jahren zusehends: Er kümmert sich um die Drehbücher, die Bauten, das Szenenbild, die Besetzung, die Kostüme und die Ausstattung und ist im Grunde der Produktionsleiter des Studios.

Alfred Hitchcock und der deutsche Expressionismus

Mitte der 1920er Jahre assistiert Alfred Hitchcock bei mehreren deutsch-englischen Ko-Produktionen. Dabei lernt er in den Babelsberger Filmstudios auch Friedrich Wilhelm Murnau kennen, studiert seine Arbeit und lässt sich von dessen expressionistischer Bildsprache inspirieren, die auch Alfred Hitchcocks frühe Filme kennzeichnen sollte. Durch seine mehrmonatigen Aufenthalte in Deutschland und Österreich lernt Alfred Hitchcock fließend deutsch zu sprechen. Mit Der Mieter schafft es im Jahr 1927 endlich der erste eigene Hitchcock-Krimi in die englischen Kinos, kurz danach folgen die in Deutschland und Österreich gedrehten Filme Irrgarten der Leidenschaft und Der Bergadler und werden ebenfalls begeistert aufgenommen. Von nun an geht es in Alfred Hitchcocks Leben und Karriere steil bergauf. 1926 heiratet er Alma Reville. Die beiden kennen sich seit 1921 und haben seitdem immer wieder gemeinsam an diversen Filmen gearbeitet. Alma bleibt bis zum Tod von Alfred Hitchcock im Jahr 1980 seine engste Vertraute und Beraterin. Im Jahr 1928 wird Tochter Patricia geboren, die später selbst Schauspielerin wird.

Schon ein Jahr zuvor wechselt Alfred Hitchcock zur Produktionsgesellschaft British International Pictures und dreht dort mit dem Box-Drama Der Weltmeister seinen ersten Stummfilm nach einem Original-Drehbuch. Nach diesem und drei weiteren Filmen feiert man ihn England als ersten einheimischen Regie-Star. Mit Erpressung dreht er 1929 den ersten englischen Tonfilm. In der Hauptrolle: Die tschechische Schauspielerin Anny Ondra, spätere Ehefrau von Box-Legende Max Schmeling.

Der immer populärer werdende Alfred Hitchcock gründet 1929 seine eigene Vermarktungsfirma, die Hitchcock Baker Productions Ltd. In den Jahren zwischen 1930 bis zum Ende seines Studiovertrags 1934 lieferte er mehrere eher ungeliebte Auftragsproduktionen ab. Für seinen alten Produzentenfreund Michael Balcon dreht Alfred Hitchcock in der Folge seine frühen Meisterwerke, die in Thema (Un-Schuld, Sühne, Verbrechen) und Machart (meisterhaft inszenierte Spannung) bereits auf seine noch bekannteren, in Hollywood gedrehten Werke hindeuten: Darunter ist der Thriller Der Mann, der zuviel wusste (nach einem Drehbuch von Autor Charles Bennett, seiner Frau Alma und ihm selbst) mit Peter Lorre (Casablanca, 20.000 Meilen unter dem Meer) in der Hauptrolle; der Spionagethriller Die 39 Stufen, der im Tempo und Action beinahe schon James Bond ähnelt; sowie Geheimagent und Sabotage. Der gefeierte Thriller Eine Dame verschwindet, sein letzter in England gedrehter Film, spielt überwiegend in einem fahrenden Zug. Die Dreharbeiten finden - technisch anspruchsvoller Rückprojektionen sei Dank - ausschließlich in einem kleinen Londoner Studio statt.

Alfred Hitchcock: Schneller Ruhm in Hollywood

Mittlerweile wird Alfred Hitchcock auch in Übersee wahrgenommen und unterschreibt 1939 einen Sieben-Jahres-Vertrag bei Hollywood-Mogul David O. Selznick (King Kong und die weiße Frau, Vom Winde verweht). Mit großen Hoffnungen dreht Hitchcock sein erstes Hollywood-Drama mit dem Titel Rebecca (mit Joan Fontaine und Laurence Olivier), und sieht sich dabei enormer Kontrolle von Selznick und dessen Produktionsleitern ausgesetzt. Trotz der Spannungen wird das vielschichtige, düster beklemmende Melodram allerorten gefeiert und erhält elf Oscar-Nominierungen. Tatsächlich bekommt Produzent Selznick die Statue für den Besten Film, Regie-Meister Alfred Hitchcock geht hingegen leer aus. Wie auch bei vier weiteren Nominierungen in den nächsten Jahren. Weil sich Alfred Hitchcock von Produzent Selznick in seiner künstlerischen Freiheit arg eingeschränkt fühlt, dreht er seine besten Filme in den Vierzigerjahren des letzten Jahrhunderts für die RKO Pictures Ltd., an die Selznick ihn quasi verleiht: In Verdacht agiert Cary Grant (Der unsichtbare Dritte, Über den Dächern von Nizza) als Mann, dessen Aufrichtigkeit nachhaltig erschüttert wird und auch die Spionagegeschichte Berüchtigt mit Cary Grant und Ingrid Bergman (Casablanca, Johanna von Orleans) in den Hauptrollen wird zum Triumph für Alfred Hitchcock. Das spannende Drama Ich kämpfe um dich mit Gregory Peck (Das Omen, Kap der Angst) in der Hauptrolle nimmt sich des noch jungen Themas der Psychoanalyse an. Die Traumsequenzen im Film gestaltet der spanische Surrealist Salvador Dali. Mit dem Gerichtsdrama Der Fall Paradin (mit Gregory Peck und Charles Laughton) läuft der Vertrag mit David O. Selznick 1948 aus. Der Produzent behält bei dem Kriminalfilm einmal mehr das Ruder in der Hand und lässt Alfred Hitchcock kaum Freiheiten. Der hat die Nase nun endgültig voll, schlägt Selznicks Angebot einer Vertragsverlängerung aus und arbeitet für seine 1946 gegründete Produktionsfirma, Transatlantic Pictures.

Sein erster selbst produzierter Film ist gleichzeitig sein erster Farbfilm: Cocktail für eine Leiche, gedreht 1948 mit James Stewart (Mein Freund Harvey, Fackeln im Sturm) in der Hauptrolle. Der nur an einem einzigen Ort spielende Krimi kommt fast ohne Schnitte aus: Jede Einstellung dauert so lange, wie es das Filmmaterial in der Kamera erlaubt, also rund zehn Minuten. Durch geschickte Übergänge entsteht der Eindruck, dass sich die Geschichte in Echtzeit ereignet. Genial, aber leider erfolglos an der Kinokasse. In Sklavin des Herzens, einem für Alfred Hitchcock untypischen, technisch raffiniert gedrehten Kostümfilm, dreht sich alles um Ingrid Bergman. Doch selbst ihre Star-Power kann nicht verhindern, dass der Film floppt und Alfred Hitchcocks Produktionsfirma Transatlantic Pictures in die Pleite reißt.

Alfred Hitchcock schließt 1950 einen lukrativen Vertrag mit Warner Bros. und dreht zunächst Die rote Lola. Der Film ist heute bekannter unter dem Original-Titel, Stage Fright (wörtlich übersetzt: Lampenfieber). Abweichend vom sonstigen Motiv entpuppt sich der im Londoner Theatermilieu agierende "unschuldig Verfolgte" dieses Mal als der wahre Mörder. Am Drehort in London spürt Alfred Hitchcock allerdings die alten Vorbehalte, die noch mit seiner Emigration in die USA zusammenhängen. Dem Film mit Marlene Dietrich (Der blaue Engel, Zeugin der Anklage) in einer der Hauptrollen bleibt daraufhin der Erfolg versagt.

1951 gelingt Alfred Hitchcock mit dem doppelbödigen Thriller Der Fremde im Zug endlich wieder ein künstlerischer wie kommerzieller Erfolg. In der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Patricia Highsmith begegnen sich zwei Fremde im Zug (brillant: Farley Granger, Robert Walker) und vereinbaren kurzerhand, jeweils eine unliebsame Person aus dem Umfeld des anderen aus dem Weg zu räumen. Ohne erkennbares Motiv könne die Polizei sie nicht aufspüren... Dabei behandelt Alfred Hitchcock stets Themen, die ihn persönlich sehr bewegen: Schuld und Sühne als ein Teil seiner religiösen Erziehung, sowie Probleme mit dem Elternhaus, deren Folgen handfeste Psychosen sein können. In seinem bekanntesten Film Psycho (1960; mit Anthony Perkins und Janet Leigh) wird dieses Motiv noch um Einiges deutlicher überhöht. Mit den nächsten Genre-typischen Filmen unterstreicht Alfred Hitchcock seinen Ruf als Meister der Spannung: Während Das Fenster zum Hof mit James Stewart in der Rolle des Fotografen mit Gipsbein, der glaubt im Haus gegenüber einen Mord beobachtet zu haben, Voyeurismus und Suspense zu einer aufsehenerregenden Angststudie verdichtet, setzt Über den Dächern von Nizza mit Cary Grant als sympathischem Juwelendieb eher auf humorvolle Töne.

Wie das Fernsehen Alfred Hitchcock persönlich zum Star macht

Anfang der 1950er-Jahre kommt das Fernsehen immer stärker auf. Die Kinoindustrie versucht mit neuer Technik, wie zum Beispiel dem Breitbildformat Cinemascope oder auch schon dem 3D-Verfahren, die Zuschauer wieder stärker an sich zu binden. So drängt das Warner-Studio Alfred Hitchcock, seinen nächsten Film in 3D zu drehen. Über diese Entscheidung, die zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Kamera führt, ist Hitchcock nicht glücklich und setzt deshalb nur wenige Effekte ein. Bei Anruf Mord (1954) ist die Verfilmung eines damals sehr populären Theaterstücks von Frederick Knott, der auch das Drehbuch schrieb. Mit Hauptdarstellerin Grace Kelly (Zwölf Uhr mittags, Die oberen Zehntausend) dreht Hitchcock noch zwei weitere Filme (Das Fenster zum Hof, Über den Dächern von Nizza), ehe sie sich aus dem Filmgeschäft zurückzieht, um als Fürstin von Monaco ihr eigenes Märchen zu leben.

Sein Agent Lew Wasserman rät Alfred Hitchcock 1955, ins Fernsehgeschäft einzusteigen. Er gründet daraufhin die TV-Produktionsfirma Shamley Productions und produziert zehn Jahre lang seine eigene wöchentliche Fernsehserie, Alfred Hitchcock Presents. Am Anfang der Sendung begrüßt der Regisseur wie eine Art Moderator das Publikum mit makabren Ansagetexten, die er nonchalant und mit britisch akzentuierten Nuscheln spricht. Dadurch wird er, der bis dato immer nur in seinen regelmäßigen Kurzauftritten in jedem seiner Filme zu sehen war, eine nationale Berühmtheit in den USA. Als Titelmusik für die humorvoll spannende Serie verwendet Hitchcock das Hauptthema von Charles "Gounods Trauermarsch einer Marionette", das sich zu einer Erkennungsmelodie für seine Öffentlichkeitsarbeit entwickelt. Alfred Hitchcock nutzt seine Popularität in der Folge für Lizenzverträge, wodurch sein Name unter anderem für die noch heute erscheinende Zeitschrift Alfred Hitchcocks Mystery Magazine benutzt werden darf. Seit 1964 erscheint in den USA die Jugendbuch-Reihe The Three Investigators, auf Deutsch: Die drei ???. Hier erscheint Alfred Hitchcock als Herausgeber, obwohl er nicht direkt an der Entstehung der Publikationen mitwirkt. Die drei ??? ist in Deutschland so erfolgreich, das daraus eine eigene Hörspielreihe entsteht. Dadurch sind insbesondere junge Menschen mit dem Namen Alfred Hitchcock vertraut, unabhängig von seinem Filmschaffen.

Alfred Hitchcock: Späte Anerkennung in Hollywood

Nach weiteren Erfolgen, darunter auch das gelungene Remake seines in den 1930er Jahren in England entstandenen Thrillers Der Mann, der zuviel wusste (mit James Stewart und Doris Day), legt Alfred Hitchcock mit Vertigo eine eindringliche Studie über Obsession und Verdrängung vor, in der James Stewart als traumatisierter Ex-Polizist und das "blonde Gift" Kim Novak (Mord im Spiegel, Falcon Crest) als Objekt der Begierde überzeugen. Der Film ist auch in technischer Hinsicht bemerkenswert, da Alfred Hitchcock zur Visualisierung von James Stewarts Höhenangst den Rückwärtszoom verwendet, während er die Kamera zeitgleich auf das Objekt zubewegt.

Der Horrorthriller Die Vögel (mit Tippi Hedren und Rod Taylor), der rasante Verfolgungsthriller Der unsichtbare Dritte (mit Cary Grant, Eva Marie Saint und James Mason) und insbesondere der auf gewisse Splatter-Effekte setzende Thriller Psycho avancieren zu weiteren Höhepunkten in Hitchcocks Schaffen. Die Schwarzweiß-Optik von Psycho, in dem Anthony Perkins (Psycho II - IV, China Blue bei Tag und Nacht) als psychopathischer Motel-Betreiber Norman Bates überzeugt, verstärkt die morbide Atmosphäre des Streifens, der in den Kinosälen um den Erdball in den 1960ern massenweise Kreischalarm auslöst. Die in einer Woche Dreharbeit entstandene Duschszene, in der Hauptdarstellerin Janet Leigh (Im Zeichen des Bösen, The Fog - Nebel des Grauens) schon im ersten Drittel des Films gemeuchelt wird, zählt bis heute zu den bekanntesten und meist diskutierten Filmszenen aller Zeiten. Trotz zunächst durchwachsener Kritik wird der kostengünstig produzierte Horrorthriller Psycho Alfred Hitchcocks größter kommerzieller Erfolg. Nach der Fertigstellung von Die Vögel gelingt es Alfred Hitchcock zunächst nicht mehr, an die Qualität seiner vorherigen Arbeiten anzuknüpfen. Der Psychothriller Marnie mit Sean Connery (James Bond, Der Name der Rose) und Tippi Hedren (Die Vögel, Die Gräfin von Hongkong) bleibt ebenso hinter den Erwartungen zurück wie der missglückte Versuch, mit dem 1966 gedrehten Der zerrissene Vorhang (mit Paul Newman und Hansjörg Felmy) die Thematik des Kalten Kriegs in einem Spionagethriller zu verarbeiten. Erst mit Frenzy (mit Jon Finch und Barry Foster), dem in London spielenden Horrorfilm über einen psychisch kranken Frauenkiller, steigert sich Hitchcock und findet mit seinem letzten Film, dem schwarz-humorigen Thriller Familiengrab (mit Karen Black und Bruce Dern), 1976 noch einmal zu alter Genialität zurück.

Vier Jahre zuvor wird Alfred Hitchcock von der Hollywood Foreign Press Association (HFPA), die den Golden Globe vergibt, für sein Lebenswerk mit dem bedeutenden Cecil B. DeMille Award ausgezeichnet. 1979 erhält Alfred Hitchcock, der wie sein kongenialer Landsmann Stanley Kubrick (2001: Odyssee im Weltraum, Uhrwerk Orange) nie einen Oscar als bester Regisseur gewann, vom American Film Institute (AFI) verdientermaßen den AFI Life Achievement Award für sein großartiges Schaffen. Ein Grund, warum er den Regie-Oscar nie gewonnen hat, liegt vermutlich an der Einstufung seiner Filme als Genre-Werke. Eine Fehl-Einschätzung, die seinem stilbildenden Werk sicher nicht gerecht wird.

Am 29. April 1980 stirbt Alfred Hitchcock an akutem Nierenversagen in Los Angeles. Körper und Geist sind zu diesem Zeitpunkt vom zunehmenden Alkoholmissbrauch der letzten Jahre gezeichnet. Der große Regisseur leidet zeitlebens an Übergewicht. Zurückzuführen ist es wohl auf Probleme im Elternhaus, mit einem kühlen Vater, einer dominanten Mutter sowie der streng katholischen Erziehung. Er wird als Jugendlicher in der Schule gemobbt, das Übergewicht bekommt er nie in den Griff. 1974 wird ihm einen Herzschrittmacher eingesetzt. Nachdem seine geliebte Frau Alma, bei der 1958 Brustkrebs diagnostiziert wird, 1971 einen Schlaganfall erleidet, zieht sich Alfred Hitchcock mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Bei der Verleihung des AFI Lifetime Achievement Awards dankt der große Regisseur ausschließlich seiner Frau, und das gleich viermal: als Cutterin, als Drehbuchautorin, als Mutter der gemeinsamen Tochter und als Köchin. Alma überlebt ihren "Hitch" trotz ihrer gesundheitlichen Probleme um zwei Jahre und stirbt 1982. Dass ihr Mann bei vielen seiner Filme wochen- und monatelang mit den schönsten Blondinen der Welt zu tun hat, von Ingrid Bergmann über Janet Leigh und Kim Novak bis Grace Kelly und Tippi Hedren, schadet der Ehe nicht.

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